PDK gefährdet den autonomen Status Südkurdistans

4, November. 2020 Mittwoch - 13:28

  • Besê Hozat (KCK) weist darauf hin, dass die Barzanî-Familie eigene bewaffnete Einheiten in Guerillagebiete entsendet und die gemeinsamen Kriegspläne mit der Türkei den Autonomiestatus Südkurdistans gefährden.

Besê Hozat, Ko-Vorsitzende des Exekutivrats der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK), hat sich in einer am Montagabend bei Medya Haber TV ausgestrahlten Sondersendung zu aktuellen politischen Themen geäußert. Ein besonderer Schwerpunkt der Sendung waren die Entwicklungen in Südkurdistan, die parallel zu den Besatzungsangriffen der Türkei verlaufen.

Besê Hozat kritisierte die Politik der südkurdischen Regierungspartei PDK als äußerst gefährlich für alle Kurdinnen und Kurden und wies darauf hin, dass die Barzanî-Familie eigene bewaffnete Einheiten in Guerillagebiete entsendet.

Wir veröffentlichen einen Ausschnitt aus den Ausführungen von Besê Hozat zu Südkurdistan:

„Die Türkei führt einen Auslöschungskrieg. Die aktuelle Position der PDK muss in diesem Zusammenhang beurteilt werden. Die Türkei will alle kurdischen Errungenschaften zunichte machen. Über den kurdischen Genozid will sie ein neues Regime als türkisch-islamische Synthese errichten. Das ist ihr Ziel für 2023. Es geht um die Errichtung eines Regimes des religiösen Fanatismus, Nationalismus und Rassismus.

Für dieses Ziel findet unter anderem in Başûr [Südkurdistan] ein Besatzungsangriff statt. Hunderte Menschen aus der Zivilbevölkerung haben bereits ihr Leben verloren. An allen Orten, die der türkische Staat erreicht, werden Militärbasen errichtet. Schritt für Schritt soll bis nach Kerkûk die ganze Region besetzt werden, Südkurdistan soll annektiert werden.

Dieser Angriff findet mit Unterstützung der PDK statt. Das wird auch ihr eigenes Ende bedeuten. Die Türkei wird von einem mörderischen und kolonialistischen Regime regiert. Was sich die PDK davon verspricht, muss genau verstanden werden. Zuletzt hat sich die YNK zu den Entwicklungen geäußert. Sedi Pire hat erklärt, dass der türkische Staat Behdînan besetzt hat und die YNK nicht weiß, was die PDK mit der AKP/MHP-Regierung der Türkei vereinbart hat. Die YNK sieht die Gefahr einer Besatzung Südkurdistans. Auch Gorran und andere Organisationen haben ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht und hinterfragen das Geschehen.

Was hat die faschistische türkische Regierung der PDK beispielsweise in Gare versprochen? Die Peschmerga wollen nicht dorthin, sie wollen nicht in den Medya-Verteidigungsgebieten an den Besatzungsangriffen teilhaben. Das wollen weder die Bevölkerung noch die Peschmerga. Aus diesem Grund werden die Zerevan-Einheiten in Gare stationiert. Dabei handelt es sich um eine Sondereinheit. Die zuvor in die Medya-Verteidigungsgebiete entsandten Peschmerga-Einheiten werden abgezogen, an ihrer Stelle werden die Zerevan-Einheiten entsandt. Bei den Zerevan handelt es sich um Sondereinheit der Barzanî-Familie. Die PDK weiß, dass die Peschmerga nicht in diesen Krieg ziehen wollen. Daher gibt es einen speziellen Plan von PDK und Türkei. Wo der türkische Staat nicht einmarschieren kann, werden Zerevan-Einheiten stationiert. Sie werden zwischen den Guerillagebieten eingesetzt, um die Verbindung von einem Gebiet ins nächste zu unterbrechen. Die Verbindungswege sollen blockiert werden. Die Guerilla soll an einen Ort zurückgedrängt werden, damit der türkische Staat sie erdrücken kann.

Was im Moment stattfindet, ist die Vorbereitung auf einen Krieg. Die aktuelle Situation ist äußerst gefährlich. Im Moment gibt sich die PDK den Anschein, als ob sie zusammen mit dem türkischen Staat einen umfassenden Angriff durchführen will. Darauf deuten die Vorbereitungen hin. Eine gemeinsame Kriegserklärung mit der Türkei ist ein sehr gefährlicher Plan, der das Ende der PDK und die Zerstörung aller Errungenschaften im Süden und den anderen Teilen Kurdistans bedeutet. Mit der Umsetzung dieses Plans wird Südkurdistan seinen Status als Autonomiegebiet verlieren. Die PDK muss von dieser gefährlichen Politik Abstand nehmen, weil sie alle Kurdinnen und Kurden verlieren lässt. Wenn erst einmal die Widerstand leistenden kurdischen Kräfte zerschlagen sind, wird es auch die kollaborierenden Kurden treffen. Eine solche Tragödie sollte das kurdische Volk nicht noch einmal erleben müssen."

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