Gegenstrategien zu Feminizid in Emden und Rojava

Frauen Nachrichten —

1, Dezember. 2020 Dienstag - 10:49

  • Studierende der Universität Rojava und der Hochschule Emden/Leer setzen sich in einem transnationalen Seminar mit dem Thema Feminizid auseinander. Zum Tag gegen Gewalt an Frauen ging es von der Theorie in die Praxis.

Studierende der Jineolojî an der Universität Rojava in Qamişlo und Studierende der Sozialen Arbeit der Hochschule Emden/Leer haben in einem gemeinsamen Feminzid-Seminar Aktivitäten zum internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen entwickelt.

Die Jineolojî-Studierenden an der Universität Rojava in der Föderation Nord- und Ostsyrien setzten anlässlich des internationalen Aktionstags am 25. November mit farbigen Handabdrücken auf einer großen Leinwand ihr Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Zuvor hatte eine Gruppe Studentinnen auf einer Vollversammlung ein Theaterstück aufgeführt, das aus den Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt aus ihrem direkten sozialen Umfeld entwickelt wurde. Bereits einige Tage zuvor hatten sie angefangen, auf eine gut sichtbaren Wand der Hochschule die Namen der Frauen zu schreiben, die im letzten Jahr ermordet wurden.

Feminizid, der Mord an Frauen, weil sie Frauen sind, wird derzeit in einem Online-Kooperationsseminar von den Jineolojî-Studentinnen der Rojava Universität und von Studierenden der Sozialen Arbeit der ostfriesischen Hochschule Emden/Leer genauer analysiert. Dabei werden historische und gesellschaftliche Hintergründe von Feminizid wie auch bestehende Gegenstrategien angeschaut und reflektiert. Eigene Projekte gegen sexualisierte Gewalt und Frauenmord wurden aus dem Seminar heraus sowohl in Deutschland wie in Rojava verwirklicht.

Videoclip, Instagram, Catcall

So entstanden durch Studierendengruppen aus Ostfriesland ein Videoclip gegen Feminizid, der über soziale Medien verbreitet wurde, eine Instagram-Seite zu digitaler, sexualisierter Gewalt sowie zwei Instagram-Seiten der Kampagne gegen „Catcall“. Bei dieser Kampagne werden erlebte Belästigungen und Bedrohungen im öffentlichen Raum mit Kreide auf öffentlichen Plätzen sichtbar angeprangert, „angekreidet“ und als Fotos veröffentlicht.

Eine Gruppe aus Emden und Ibbenbüren hat zudem ein Plakat gegen Feminizid und mit lokalen Hilfetelefonnummern in einer Lokalzeitung als Anzeige veröffentlicht und ausgedruckt in Supermärkten aufgehängt.

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